Meisterwurz

Im Mittelalter ein Allheilmittel, die Zauberwurzel, das Räucherkraut für magische Rezepturen; Peucedanum ostruthium. Für Insekten ist sie jedenfalls auch heute noch eine magische Pflanze.

Meisterwurz

Auf Gebirgswiesen, an feuchten Abhängen, in der sogenannten “Hochstaudenflur” kann man sie finden. Bis zu 1m20 hoch ragen die weißen Blütendolden auf hohlem Stängel über den großen dreiteiligen Blättern empor. Die Blütezeit ist im Hochsommer und eine wahre Insektenweide. Besonders die Larven eines metallisch glänzenden, oftmals auch gestreiften Blattkäfers, Oreina gloriosa, sind auf die Meisterwurz angewiesen.


Die Pflanze gehört zu den Doldenblütlern (Apiaceae). Aus bis zu 50 Strahlen kann so eine Dolde bestehen, meist weiß blühend, manchmal rosa angehaucht. Als Frucht bilden sich sogenannte Doppelachänen, weiß-gelblich mit bräunlicher Scheibe, linsenförmig.


Die Meisterwurz ist eine mehrjährige Heilpflanze, die besonders im Alpenraum sehr geschätzt wurde. Den ätherischen Ölen verdankt sie auch den Geruch, die Bitterstoffe wurden in der Volksmedizin bei Atemwegserkrankungen, Problemen im Verdauungstrakt, bei Fieber- oder Schwächezuständen eingesetzt. In manchen alpinen Gebieten, wie etwa dem Zillertal in Tirol, wird sie auch heute noch hoch(-geistig) geschätzt, denn ein kräftiger heilsamer Schnaps wird daraus gebraut. Dank der Gerbstoffe wurde sie früher auch zum Färben verwendet.

Im Mittelalter hieß die Pflanze Magistrantia, wegen ihrer Heilkräfte wurde sie auch verstärkt in Klostergärten angebaut. Nachdem sie aber erst ab einer Höhe von etwa 1.000m wirklich gut gedeiht, hat sie sich in tieferen Lagen nicht lange gehalten. Im 17. Jdt. war sie Bestandteil eines Allheilmittels namens Orvietan.

Für Freunde der Naturheilmittel nur ein Hinweis: Allerdings ist bei der Meisterwurz, wie bei vielen anderen weiß-blühenden Doldenblütlern, Vorsicht angesagt, weil für den botanischen Laien die einzelnen, oft tödlich giftigen Pflanzen, nicht so leicht zu unterscheiden sind. Außerdem ist es nicht erlaubt oder gerne gesehen, wenn man Pflanzen im freien Gelände einfach ausgräbt. “Zum Ausgraben der Wurzeln benötigt man auf Grund der Naturschutzbestimmungen eine Grabgenehmigung der Bezirkshauptmannschaft.