
Vom Anknabbern oder Schlürfen, beliebt ist er auf jeden Fall bei den Hummeln.
Was hat die Lerche mit der Blume zu schaffen? Sieht sie aus wie eine Lerche? Wird sie von ihr besungen? Der Lerchensporn, Corydalis, verdankt seinen Namen dem langen Blütensporn, der dem Sporn einer Haubenlerche ähneln soll. Na bitte! Ach so, der Federhaube der Haubenlerche soll der Blütenstand auch ähneln. Doppelt getroffen.
Die Gattung Corydalis gehört in die Familie der Mohngewächse, Papaveracae. Näher verwandt sind sie auch noch dem Erdrauch, Fumaria, mit dem manche ihn auch verwechseln. Sie sind echte Frühlingsblüher, ab März, April, und bestechen nicht nur durch ihre Blüten, sondern auch durch ihr hübsches fingerförmig gefiedertes Laub. Die röhrenförmigen Blüten mit ihrem rückwärts weisenden gebogenen Sporn, hier blauviolett, stehen in einer Traube zu 10 oder mehr Blüten zusammen. Die Oberlippe jeder Blüte ist zurückgerollt, duftet, eigentlich ideal zu bestäuben für langrüsselige Insekten. Dennoch lieben, bei mir jedenfalls, gerade die Hummelköniginnen den Lerchensporn besonders. Wo der Rüssel nicht langt, wird einfach die Blüte angeknabbert und „Zack“, der Nektar gestohlen. Nachdem er sich aber, einmal angepflanzt, dennoch wunderbar ausbreitet, wird das bisschen Diebstahl schon verzeihbar sein.
Die Samenkapseln stehen lange bereit, ich nehme an, auch die Ameisen verbreiten ihn dank der ölhaltigen Anhängsel in den Schoten, gerne in der näheren Umgebung. Die Wurzelknollen sind bei Corydalis cava hohl (Beiname Hohlwurz) und sitzen flach am Boden. Der Saft, der beim Herausreißen einer Pflanze fließt, wurde früher als Volksarznei verwendet als Radix Aristolochiae cavae. Achtung: Corydalis ist giftig!
In Europa sind die Arten Gelber Lerchensporn, Corydalis lutea, gelbblühend in den Alpen, der Gefingerte Lerchensporn, Corydalis solida, und der Hohle Lerchensporn, Corydalis cava, verbreitet. Viele andenderen Lerchensporn-Arten kommen besonders im asiatischen Raum vor.





Ich habe in unserem Garten den Gefingerten Lerchensporn, Corydalis solida, der mehrjährig ist, mit bläulich-grünem Laub und blauvioletten zahlreichen Blüten. Er ist in einem naturnahen Garten wunderbar zum Verwildern geeignet. Das Laub zieht im Sommer ein, also ist er nirgendwo störend.
Angesiedelt ist er bei mir waldähnlich, also am Fuß einiger großer Stauden, wo es im Frühling hell, sonst aber eher feucht-schattig ist. An freundlichen Frühlingstagen ist er ein Insekten-Hotspot, wobei besonders die Hummeln große Freude an ihm haben. Langrüsselige und kurzrüsselige Hummeln; das bisschen Anknabbern steckt er locker weg; aber auch Frühlings-Pelzbiene, Wollschweber und sonstige Wildbienen tummeln sich da zahlreich.