Hummeln

Hummeln

Ihr interessiert euch für Hummeln? Gerade im Frühjahr sind die erwachten Hummelköniginnen gut zu beobachten. Ein kleines „Hummel Sammelsurium“

Dunkle Erdhummel (Bombus terrestris)

Bombus, (lat: der dumpfe Ton), schon der wissenschaftliche Name dieser zu den Echten Bienen gehörende Gattung staatenbildender Insekten, klingt toll. Sie kommen überwiegend in den gemäßigteren und kühleren Regionen der Nordhalbkugel vor. Ein Hummelvolk besteht je nach Art aus etwa 50 bis 600 Tieren und einer Königin.

Nachdem schon alleine das Erkennen und Unterscheiden der verschiedenen Hummelarten eine Wissenschaft für sich ist, beschränke ich mich auf ein paar wenige Arten, die ich als interessierte Nichtkennerin/Nicht-Fachfrau zumindest in unseren Gärten, Wiesen und umliegenden Wäldern so halbwegs mit freiem Auge unterscheiden kann.

Am Po sollt ihr sie erkennen

Das klingt lustig, ist aber das hilfreichste Merkmal für den Laien. Ob weiß, rot, gelb oder schwarz und gestreift; diese Arten sind halbwegs bestimmbar.

  • Po ist weiß: Brust ist braun und der Rücken schwarz: Baumhummel (Bombus hypnorum)
  • Zwei Streifen eher zitronengelb, Helle Erdummel (Bombus lucorum)
  • Zwei Streifen intensivgelb bis orangegelb, Dunkle Erdhummel (Bombus terrestris)
  • Drei eher helle gelbe Streifen, eine Gartenhummel (Bombus hortorum)
  • Po ist leuchtend rot: sonst pechschwarz: Steinhummel (Bombus lapidarius)
  • ein oder auch zwei gelbe Streifen: Wiesenhummel (Bombus pratorum)
  • Po ist braun bis grauschwarz: Ackerhummel (Bombus pascuorum)

Der Lebenszyklus der Hummeln ist relativ simpel erklärt: Im zeitigen Frühjahr kommen die ersten Jungköniginnen zum Vorschein. Sie stammen alle aus dem letzten Jahr, wurden begattet und beginnen nun sowohl mit dem Nestbau, als auch mit dem Aufbau eines unterschiedlich großen Hummelvolkes. Im Alleingang zieht sie die ersten Mitglieder ihrer kleinen Familie auf. Sobald genug Arbeiterinnen und Drohnen geschlüpft sind, darf sie sich mit dem weiteren Eierlegen beschäftigen. Was im Sommer herumfliegt sind dann die Arbeiterinnen, Drohnen und später im Jahreskreis die nachkommenden, geschlechtsreifen Jungköniginnen. Überwintern werden aus einem Hummelvolk nur die Jungköniginnen für das nächste Jahr.

Ein Volk überlebt bei uns nur einen Sommer und ist gewöhnlich im September/Oktober abgestorben. Königinnen werden also bis zu zwölf Monate alt, davon verbringen sie bis zu acht Monate in Winterruhe. Drohnen und Arbeiterinnen erreichen dagegen nur ein Alter von einigen wenigen Wochen.
Wer Hummeln in seinem Garten helfen will, kann z.B. ein geeignetes Hummelhaus aufstellen oder selbst basteln und muss vor allem für gutes Futter sorgen; also bienen- und hummelgerechte Pflanzen und Lebensräume in Hülle und Fülle.

Ach ja; eine Frage, die sich jedes zeitige Frühjahr stellt: „Soll/Muss man Hummeln, die für den Menschen erschöpft wirken, wirklich mit Zuckerwasser auf die Sprünge helfen oder ist das vielleicht doch zuviel „gut gemeint„?

Vor Kurzem las ich auf einer Seite die Meldung einer Bienenkennerin, dass man ihnen mit dem Zuckerwasser auch nichts Gutes tut (außer im Sommer); meist ruhen sie, weil es ihnen einfach noch zu kalt, zu beschwerlich ist, sie schlicht auch mal „Ruhen“ möchten; wenn man sie nun mit Zuckerwasser künstlich hochtreibt ist es so, dass sie zu viel Energieschub bekommen, den aber durch Blütenfund nicht abdecken können. Besser ist es sie draußen an einen halbwegs wettergeschützten Platz zu befördern (oder in Nähe von bereits blühenden Pflanzen) und dann verkriechen sie sich meist wieder. Sie halten auch kurze Hungerzeiten gut aus, sonst wären sie als Art/Gattung nicht schon so früh unterwegs.

Nachdem die Vielfalt an Hummeln groß ist, lohnt es sich auf jeden Fall sich ein Bestimmungsbuch ins Bücherregal zu stellen. Und wer diese Insekten auch noch im eigenen Garten oder auf seinem Balkon fördern möchte, Stichwort: geeignete Pflanzen/Nistplätze/ etc. dem kann ich auch noch das eine oder andere Buch empfehlen:

  • Hummeln: bestimmen, ansiedeln, vermehren, schützen; Eberhard von Hagen und Ambros Aichhorn
  • Und sie fliegt doch; Dave Goulson; ein wirklich empfehlenswertes Buch, weil es so eine ganz spezielle Sicht auf diese netten Brummer bietet und das auch noch leicht verständlich erzählt.

  • Wildbienen in der Stadt, Janina Voskuhl, Herbert Zucchi, Buchbesprechung, mit guten Praxistipps, wie etwa einem Hummelhaus zum Selbermachen.
  • Tiere in meinem Garten, Kremer, Richarz, Buchbesprechung, ebenfalls mit vielen guten Praxistipps, nicht nur für Hummeln.
  • Wilde Bienen, Heinz Wiesbauer, ist wiederum ein sehr umfangreiches Buch, das sowohl zur Bestimmung dienlich ist, aber auch enorm viel Information zum Leben der gesamten Bienenwelt liefert.

Ein paar hummelige Porträts findet ihr auch bereits hier im naturblog:

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  1. Pingback: Summende Besucher im naturnahen Garten – Adeles Naturblog

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