Was machen Insekten im Winter?

Gerade noch summt und brummt und flattert es, dann ist alles vorbei. Wohin verschwinden eigentlich die Insekten ab dem ersten Frost in der kalten Jahreszeit?

Wildbiene/Sandbiene

Eiskristalle auf Laub

 

Tja, diese Wildbiene hat zwar einen Pelz, aber keine Nahrungsangebote. Die verschiedenen Insektengruppen haben daher auch ganz unterschiedliche Strategien, die kalte Jahreszeit, sprich Spätherbst und Winter, zu überleben.

Einige machen es den Zugvögeln gleich;

Wanderfalter:

Andere Insekten benützen Frostschutzmittel und verfallen zusätzlich in Winterstarre

Körpereigenes  Glycerin schützt die Organe vor dem Erfrieren.  Die betroffenen Insekten verfallen meist an trockenen, geschützten Plätzen in eine Winterruhe mit stark reduziertem Stoffwechsel. Bei den Schmetterlingen fallen diese Arten in eine Winterstarre, sie harren die Wintermonate in hohlen Baumstämmen oder in totem Holz aus; so können sie bei den ersten Frühlingstagen bereits ausfliegen.

  • Zitronenfalter,  Großer und Kleiner Fuchs, Tagpfauenauge, C-Falter und Trauermantel
  • Die meisten Schmetterlingsarten verbringen jedoch die kalten Monate als Eier oder als Puppen in Kokons eingesponnen an Pflanzen oder im Boden.

Überwintern auf einem bloßen Stein

Das macht ihm sonst keiner nach; die Raupe des Arktischen Bären (Arctia alpina), einem Bewohner der äußersten nordischen Gebiete, sucht sich vor Wintereinbruch einen gut besonnten Stein auf dem sie sich einspinnt. Der Körper dieser Falter hat einen Frostschutzmittel-Cocktail in seiner Körperflüssigkeit, so kann er sowohl Frost als auch Trockenzeiten gut überdauern. Bei den ersten Sonnenstrahlen schmilzt der Schnee auf dem Stein und die Saison kann beginnen.

Thermoregulation

Unsere Honigbienen setzen auf Heizung! Die sogenannten Winterbienen bilden eine Wintertraube, im Zentrum davon befindet sich die Königin. Durch Muskelzittern erzeugen sie im Stock Wärme, wobei sie sich immer wieder abwechseln. Zwischen 20 bis 25° muss die Stocktemperatur betragen. In dieser ganzen Zeitspanne dürfen die Winterbienen nicht koten; also wird der Kot im Körper gesammelt und bei den ersten lauen Frühlingstemperaturen rasch außen entleert.

Winterstarre

Die Ameisen verbringen die Wintermonate gemeinsam als Staat in einer Winterstarre. Das Winternest befindet sich  einige Meter unter der Erde, die Ausgänge werden verschlossen.  Der über der Erde befindliche Teil eines Ameisenbaus dient  als Schutz gegen den Frost.

Insekten, die eine gewisse Temperaturhöhe brauchen, flüchten sich , sofern es ihnen gelingt, an beheizte Orte, sie sind also eher unwillkommene Hausgäste in Häuser und Wohnungen.

  • Spinnen (Hausspinne)
  • Große Zitterspinne

Hier überleben nur Königinnen die Wintermonate

  • Wespen sterben zu einem großen Teil im Herbst, nur die jungen Königinnen überleben den Winter.
  • Auch bei den Hummeln sterben die Arbeiterinnen und die alte Königin; aus der letzten Brutgeneration entstehen neue Königinnen. Sie überwintern dann starr und gut versteckt in Ritzen, Totholz, Laub oder im Boden.
  • Wildbienen ohne Staat, überwintern bereits als Biene oder als Bienenpuppe im Kokon.  Sie schlüpfen im zeitigen Frühjahr. So etwa die Mauerbienen.
  • Die meisten Käfer überwintern als Larven im Boden. Nur die Marienkäfer überwintern, ebenfalls dank Glycerin, in kleinen Trupps unter Steinen, in Spalten an Häusern .

Je naturnaher der Garten ist, mit Laub, stehen gebliebenen Stauden, Totholz etc. , desto mehr Insekten werden den Winter auch überleben.

Übrigens – nicht die Kälte ist für die Insekten in ihren verschiedenen Entwicklungsstadien im Winter das größte Problem. Sondern nasskalte milde Winter, weil da die Gefahr von Pilzbefall am größten ist.

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