Pestwurz

Sie gehört zu den Korbblütler und vielen Naturfreunden ist die Weiße Pestwurz, Petasites albus, bekannt. Für mich ist sie eindeutig eine phänologische Zeigerpflanze, denn kurz nach der Schneeschmelze drängen die ersten noch winzigen blütenbesetzten Stängel ans Licht und dann zieht in den Wäldern und Bergen der Frühling ins Land.

Pestwurz

Das Vorkommen ist häufig an Bachrändern, Flussufern, an feuchten Böschungen in Wäldern und Wegrändern zu finden.

  • Die Gewöhnliche Pestwurz/Rote Pestwurz, Petasites hybridus, wurde früher auch als Heilpflanze bei Gelenkschmerzen und für die Wundheilung gebraucht. In der Homöopathie wird sie auch heute noch verwendet.
  • Die Weiße Pestwurz, Petasites albus, und die Alpen-Pestwurz, Petasites paradoxus, sind mehr in den Gebirgsregionen zu Hause.

Pestwurz
Es gibt für die Entstehung des deutschen Namens zwei Theorien:
Im Mittelalter soll die zerstoßene Wurzel der „Pestilenzwurz“ (im Erfurter Arzneibuch 1546 allerdings für den Huflattich gebräuchlich) als Heiltrank gegen die Pest verabreicht worden sein. Auch die großen Blätter sollen als Schutzmaske vor dem Gesicht gegen die Ansteckungsgefahr getragen worden sein.

Allerdings gibt es auch den Hinweis, dass der deutsche Name eher von gr. petasos=großer Hut abgeleitet wird. So wurde die Pflanze nämlich bereits von Dioskurides bezeichnet.

Kleiner Ausflug in die Botanik:

Zur Blütezeit schiebt sich vom Winzling die ovale Blütentraube auf ca. 40 cm Höhe, der Stängel verlängert sich bis aber bis zur Fruchtzeit bis zu 1m. Damit die Flugkörper (Achänen) auch wirklich gut genug vom Wind verbreitet werden können. Die Blätter wachsen im Frühjahr zu beachtlicher Größe heran, sie sind herz- oder nierenförmig, an den Rändern gezähnt und unterseits zu Beginn grauwollig. In der heimischen Flora belegen die Blätter von Petasites hybridus übrigens größenmäßig eindeutig den 1. Platz.

Survivaltipp

Weichhaarig und groß wie die Blätter sind, haben  sie schon so manchem, der abseits der ausgetretenen Pfade in gewisse Nöte geriet, Hilfe geleistet, was dem Pestwurzblatt (und auch dem Huflattich) den Spitznamen „*Wanderers Klopapier“ eingebracht hat.
*Kein Scherz, Archäologen haben Funde aus der Bronzezeit, die eindeutig auf diese „hinterlistigen Zwecke“ hinweisen. In Bayern hat die Pestwurz übrigens auch heute noch den volkstümlichen Namen „Arschwurzen“.

Zur UnterscheidungHuflattich und Pestwurzblatt: Pestwurz hat keine schwarzen Zähne an den Blatträndern, die Blätter werden auch noch um ein Vielfaches größer. Beim Huflattich sind die Leitbündel im Querschnitt U-förmig, bei Pestwurz unregelmäßig.

Bildergalerie – vom Zwergerl (Klobürstchenähnlich) bis zu „Wanderers Klopapier“, den ausladenden Blättern.

 

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