Scharbockskraut

Scharbockskraut

Wildpflanze, mit Bedacht genießbar, mit seinen 8-12 Blütenblättern, ist es ein leicht zu bestimmendes Hahnenfußgewächs.

Das Scharbockskraut, Ficaria verna, Syn. Ranunculus ficaria, ist ein zeitiger Frühlingsblüher (März bis Mai). Dieses Hahnenfußgewächs hat noch viele weitere volkstümliche Bezeichnungen, die sich auf seine Verwendung, von alters her, für gesunde Ernährung, manches Heilende, Vitamin C-reiche Frühlingskost beziehen:
Feigwurz, Mittel gegen Skorbut=Scharbock, Himmelsbrot, Erdgerste, Kätzchen hener de Heck, Zigeunersalat, Hänkelsalat

Die Pflanze wird 5-15 cm hoch, liegender Stängel und längliche weiße Wurzelknöllchen; die Blätter sind rundlich bis herzförmig gekerbt und glänzend, unterseits jedoch matt.
Die Blüten sind ganz untypisch für Hahnenfußgewächse 8-12 zählig (sogenannte Honigblätter) und drei grüne Kelchblätter. Für alle Insekten ist es eine ganz wichtige Trachtpflanze; bei mir im Garten ist es vor allem die Frühlings-Pelzbiene (Anthophora plumipes), die sich drin tummelt. Es bevorzugt feuchte, eher schattige Bereiche, wo es dann dicke Teppiche bilden kann. Mit Ende Mai zieht die Pflanze vollständig ein, also kann man sie ruhig im naturnahen Garten wuchern lassen.

Schon von alters her wurde es wegen seinen hohen Vitamin C Gehalts gerne im Frühling verwendet. Für Wildpflanzen-Freunde, ist jedoch ein wenig Vorsicht geboten. Man kann die Blätter (in kleinen Portionen) gerne gehackt für Kräuterdips, Kräuterkäse und auch als Beigabe in Salaten verwenden – allerdings am besten vor dem Aufblühen, weil der leicht giftige Anteil an Protoanemonin in den Blättern mit der Entwicklung der Blüte ansteigt. (Reizungen der Schleimhäute können die Folge sein.) Die Blütenknospen werden oft auch als „Deutsche Kapern“ in Salzwasser und später in Essig eingelegt.
Wie immer sind bei der Verwendung von Wildpflanzen vor allem eindeutige botanische Kenntnisse erforderlich, denn bei Verwechslungen sind die Folgen nicht immer harmlos.

Scharbockskraut-Teppich

Eine nette Geschichte zu dem Volksnamen „Himmelsbrot“:

Im Frühling bildet das Scharbockkraut, wie jede andere Pflanze auch, so viele Samen zur Vermehrung, wie geht; nachdem die Samen oft nicht ausreifen, bildet das Scharbockskraut jedoch zusätzlich noch in den Blattachseln Brutknöllchen, sogenannte Bulbillen. Diese Bulbillen haben Ähnlichkeit mit Getreidekörnern, man hat sie früher auch gesammelt und zu Mehl gemahlen. Bei Regen und nach Unwettern schwemmte es eben oft genug dieses Himmelsbrot direkt auf Wegränder, man musste sie dann einfach nur mehr einsammeln und freute sich über die Gabe vom Himmel. Heute flucht so mancher penible Gärtner wohl eher über diese clevere Art der Verbreitung. So ändern sich die Zeiten.

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