
Gut, Schneeglöckchen kann man schon mal erwarten. Aber sonst? Lasst euch überraschen und dann geht selber auf die Suche!
Sobald die ersten Sonnenstrahlen wieder an Kraft gewinnen, regt sich die Natur. Dabei gibt es richtige „Winterblüher“, die den Vorfrühling ankündigen. Für jeden naturliebenden Menschen eine Zeit der Erwartung. Auch wenn so mancher neuerliche Kälteeinbruch oder sogar Schneefall, die Freude gleich mal wieder kurz zum Stocken bringt. Hier bekommt ihr so Einiges an Blühfreudigem, alles aus unserem Garten in Mittelgebirgslage (900m) aus Nordtirol, zu sehen.
Vorab einmal die Sträucher, ob im eigenen Garten oder wild am Wegesrand, Weiden, Haseln, Pappeln und die angepflanzte Zaubernuss, sprich Hamamelis. Alle schicken bereits im Februar ihre Pollen los.



Im Kleinen muss man schon die sonnenerwärmten Plätze suchen, wo es aus dem Boden sprießt. Das aller, allererste sind auf jeden Fall die Spitzen der Schneeglöckchen. Denen, auch bereits aufgeblüht, macht auch erneuter Schneefall und ein Häubchen auf ihren Köpfen, so gut wie nichts aus.



Auch die Schneerose/Christrose trotzt Kälte, Schnee oder Eis, nur hegt sie mehr Ansprüche an Standort und Boden als das anspruchslose Schneeglöckchen.


Die Schneeheide, Winterheide, ist auch hart im Nehmen, allerdings mäkelig, was den Standort betrifft; sie findet man am ehesten an Bergflanken, da allerdings dann leuchtend wie nur was.


Hokuspokus, wo bleibt der Krokus? Tja, da muss ich gestehen, dass der bei uns erst gegen Ende Februar auftaucht. Naturgewachsener, lokaler, Crocus alpinus, aber auch angepflanzter in großer Farb-Vielfalt. Und so manches Mal ruht er dann in einem Schneebett. Aber die ersten Bienen finden ihn treffsicher.




Halt, eine neu eingebürgerte Vorfrühlingspflanze hätte ich fast vergessen; den Winterling. An einer Stelle liegt er bei uns im Garten noch tief unter der Schneedecke vergraben, aber an einem anderen Plätzchen lugt er schon heraus.


Jetzt melden sich aber die wahren Helden des ausgehenden Winters ganz empört, die kleinen Wilden, die Jahr für Jahr an den unerwartetsten Plätzen auftauchen, als da sind: Huflattich (ein sandiges Sonneneck), Ehrenpreis (bevorzugt irgendwo in den Gemüsebeeten), Gänseblümchen (an den Rändern der begangenen und sonnenbeschienen Gartenwege), die eine oder andere Primel und dazu noch der Hühnerdarm/die Vogelmiere in den Pflanztöpfen. Diese kann man übrigens ohne große Gewissensbisse „zum Fressen gern haben„. Hier und dort ragt noch ein vorwitziger Hahnenfuß sein Köpfchen raus.







Wie es so schön heißt in der Natur: Der Kalender kann irren – die Natur nicht! Was bedeutet, dass sich in der Natur alles nach den derzeit vorherrschenden Wetterbedingungen richtet. Stimmt der Wechsel an Tag- und Nachtstunden, ist die Temperatur gemäßigt, sind genügend Sonnenstunden dabei, dann kann sich schon so manches Blümchen auf den Weg machen. Um den Preis, dass es nochmals eine Portion Schnee und Eis abbekommt. Aber oft geht es halt auch gut aus und das wiederum freut die ersten vorwitzigen Insekten.
Honigbienen starten ihren Reinigungsflug und sind um ein paar Pollenkörnchen nicht böse. Auch die Hummelköniginnen werden bereits munter. Und überwinternde Falter, wie Zitronenfalter oder Kleiner Fuchs laben sich dann auch an den ersten Blüten. Und wir, also der Mensch, freuen uns nicht minder, sobald die ersten Blumen ihre Blüten öffnen.
Und jedes Jahr die Überraschung: Wer ist der/die Erste!