Wilde Möhre, Insektenmagnet

Wilde Möhre, Insektenmagnet

Willst du den Insekten in deinem Garten Gutes tun, dann pflanze ein paar Wilde Möhren (Daucus carota). Gemüseliebhaber können auch ersatzweise ein paar ihrer angebauten Saat-Möhren/Karotten (Daucus carota ssp sativa) absichtlich im ersten Jahr nicht ernten und im Folgejahr ausblühen lassen. Macht echt Spaß!

Insektenbuffet Wilde Möhre

Die Wilde Möhre /Wilde Karotte (Daucus carota ssp carota) gehört zur Familie der Doldenblütler (Apiaceae ). Diese Familie ist allgemein bei den Insekten sehr beliebt, weil sie wertvoller Nektar- und Pollenlieferant und außerdem durch ihre Form auch „landefreundlich“ ist. Eher dicke Brummer und Käfer wissen das zu schätzen.

Die Wilde Möhre wächst bevorzugt an Wegrändern und Brachflächen, also auch im Garten sollte man ihr eher ein solches Plätzchen zuweisen. Von (giftigen!) Doldenblütlern kann man sie ganz gut unterscheiden:

  • Typischer dunkler Punkt in der Mitte der Blütendolde, „Mohrenblüte“ genannt. Das Rätsel um Sinn und Zweck dieser wenigen dunklen Blüten ist bis heute ungelöst. Der hier gehandelte Name „Mohr“ stammt allerdings vom Moor althdt. moraha her und hat keinen Bezug auf Menschen aus Afrika.
  • eingerollter Samenstand „Möhrennest„, die äußeren etwas längeren Doldenstrahlen können hygroskopische Bewegungen durchführen; an der Basis dieser Doldenstiele sind Gelenke, bei Feuchtigkeit nehmen sie Wasser auf und drücken dadurch die Doldenstiele in Richtung Zentrum, das Körbchen schließt sich quasi. Bei Trockenheit geht das ganze Spiel in Gegenrichtung wieder los. Das soll während der Reifung die vorzeitige Verbreitung des Samens bei Regen verhindern. Junge Blütendolden nicken, voll aufgeblüht sieht die Dolde eher wie ein flacher Teller aus.
  • Stängel behaart mit Längsrillen
  • Typisch ist auch der Kranz aus langen Hüllblättern unterhalb des Blütenstandes
  • Die Samen, sogenannte Spaltfrüchte, haben einen Kranz aus kurzen hakigen weißen Stacheln, das dient zusätzlich mit der Windausbreitung der Klettausbreitung etwa durch Tiere (Zoochorie).

Wer liebt die Wilde Möhre?

Neben Honigbienen sind vor allem allerlei Käfer wild auf sie, Rosenkäfer etwa; auch bei den diversen Schwebfliegen, den kleinen wie Hain-Schwebfliege oder den großen wie der Mistbiene, vielen Wildbienen und und und … ist diese Pflanze äußerst beliebt.

Auch viele Tagfalter wie der Schwalbenschwanz oder Nachtfalter wie die Amethysteule schätzen sie nicht nur als fertiger Falter (Imago) sondern vor allem auch als Raupenfutterpflanze. Wer also einen Sommerflieder besitzt, aber in der Nähe auch Wilde Möhre und Brennnessel anbaut, tut der ganzen Schmetterlingsgeneration, vom Ei über Raupe bis zum Falter, Gutes.

Schwalbenschwanz

Die Wilde Möhre ist eine zweijährige Pflanze, reif sind die Samen ab August, sobald sich der eingerollte Samenstand bräunlich verfärbt. Aussaat ab März, geduldig bleiben, ab April kann man sie auch direkt im Freiland säen. Nur wenig zudecken, da sie Lichtkeimer sind. Die Blüten erscheinen etwa ab Juni bis in den Herbst hinein. Besonders geeignet ist sie als Bestandteil einer Wildblumenwiese oder auch eines Gartenbereichs, wo man vorwiegend Doldenblütler aussät. Die Insekten werden es dankend annehmen und im Winter freuen sich über die reifen Samen anschließend die Wintervögel.