Kohlweißling

Kohlweißling

Er ist sicher einer der bekanntesten Tagfalter, dieser weiße umherflatternde Schmetterling. Als Schädling in Gemüsekulturen wurde er, noch nicht lange her, mit Pestizideinsatz drastisch verfolgt. Die Frage, die sich mir stellt, ist allerdings: „Ist er in heimischen Gärten wirklich so eine Plage?“

Kohlweißling Bild von pixabay/jggrz

Der Große Kohlweißling (Pieris brassicae) gehört zur Familie der Weißlinge , der Pieridae, mit 19 Arten. Dieser Tagfalter ist überwiegend weiß gefärbt, mit schwarzem Spitzenfleck am Vorderflügel und zwei großen schwarzen Punkten. Flugzeit von April bis Oktober in drei Generationen.

Mutter Kohlweißling weiß, was sie zu tun hat. Sie legt ihre Eier vorwiegend an Kohlsorten ab. Die gelbgrünen Raupen mit dem schwarzen Punktmuster fressen sich dann fröhlich durch so manche Kohlpflanze durch bis nur mehr ein Pflanzengerippe überbleibt. Zur Verpuppung suchen die Raupen dann trockene Plätze auf, etwa an Gebäudewänden.

Feinde hat der Kohlweißling nicht nur in Form des Menschen sondern auch durch eine Wespe, welche die Raupen parasitiert ; die Erzwespe (Apanteles glomeratus) befällt die Raupen, die Schlupfwespe (Pteromalus puparum) wiederum die Puppen; die Kohlweißlinge haben es nicht leicht.

Nur bei den Vögeln sind die doch so handlichen oder soll man sagen „schnabelgerechten“ Raupen nicht beliebt. Warum?
Ganz einfach. Die Futterpflanzen haben alle eines gemeinsam: Senfölglykoside; das heißt Stoffe mit einer gewissen Schärfe. Und so schmeckt halt so eine Kohlweißlingsraupe dann je nach Futterpflanze ganz schön scharf. Der ausgewachsene Schmetterling ebenso!


Wer also sich als normaler Gärtner über den Befall seiner heiß geliebten Kohlpflanzen ärgert und auf die glorreiche Idee kommt, die Raupen abzuklauben und den Vögeln quasi zu spenden, macht beiden Tierarten keinen Gefallen. Die Raupen verhungern kläglich und die Vögel haben trotzdem nichts davon.
Also lieber mal die eine oder andere Kohlpflanze opfern, den Schmetterlingen überlassen, denn die haben es heutzutage ohnehin schon schwer genug.

Tipp: Wer seinen Kohl heiß liebt, der untersucht seine Kohlpflanzen nach Eiern unter den Blättern. So kann ein starker Befall durch frühzeitiges Handeln verhindert werden. Man kann auch die Pflanzen durch engmaschige Netze frühzeitig vor Befall schützen.

Möglicherweise kann man die Raupen aber auch auf andere Brassicaceae wie Rukola, Weiß- oder Schwarzsenfpflanzen, Rettich übersiedeln; das wäre allemal einen Versuch wert; nicht umsonst deuten die wissenschaftlichen Namen bereits auf ihre Futterpflanzen hin:

  • Großer Kohlweißling Pieris brassicae Brassicaceae, Brassica oleracea (Kohlpflanzen)
  • Kleiner Kohlweißling Pieris rapaeBrassica rapa
  • Grünaderweißling Pieris napiBrassica napus

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  1. Pingback: Schwalbenschwanzkind – Adeles Naturblog

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